Im Winter 2020/2021 passierte etwas so undenkbares, derart unfassbares, dass es sich damals für uns, für Marion und mich so anfühlte, als würde die ganze Welt explodieren. Bis heute haben wir uns nicht erholt davon, und von den Folgen, die dieses Ereignis nach sich zog. Marion hat diese grenzenlose oder intrigante hasserfüllte Bosheit etwa ein Jahr später in einem sehr langen Brief an ihren Vater zur Sprache gebracht und Erklärungen eingefordert. Ich veröffentliche einen Ausschnitt des Briefes hier mit Marions Einverständnis, weil er das Erlebte auf den Punkt bringt und weils dazu ein sehr gelungener lebendiger Text ist. Lies im Schreiben an Engelbert Fangmayer
Brief an einen Vater, datiert: Waidhofen am 7.Jänner 2022
Auszug ab Seite 11
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Anfang Jänner 2021 hat mir meine Hausärztin ein Medizinprodukt verordnet. Diabetikerbedarf, Du kennst das ja, normalerweise Papierkram. Damals aber nicht. Von der Hausärztin ist die Verordnung in die Zeller Apotheke gebracht und von dort aus am nächsten Tag an die Krankenkasse gefaxt worden. Dann heißt es eigentlich nur noch warten. Und ich habe gewartet:
Zwei Wochen, dann die erste Anfrage, schriftlich, per Mail an die Kasse. Tatsächlich kam eine Antwort. Es gäbe Verzögerungen, der Bedarf sei unterwegs … Du kennst das sicher auch. Hinhaltetaktik, blabla, …
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Nach dreieinhalb Wochen die nächste Anfrage an die Kasse, diesmal telefonisch, schwierig durchzukommen, Warteschleifen, unfreundliche „Kundenberater“, ist jedesmal zum Verzweifeln, was soll ich sagen, Du kennst das sicher auch. Schlussendlich doch nach zwei Tagen der Rückruf. Die Anfrage bei der Hilfsmittelfirma hätte ergeben, der Bedarf sei verschickt, würde sicher in den nächsten zwei Tagen bei mir ankommen.
Nach fünfeinhalb Wochen, der Gang zur hiesigen Krankenkassenstelle, jetzt heißt sie nach Kurzreform ÖGK Kundencenter Waidhofen, der letzte Versuch den Verbleib aufzuklären, und das durchaus zuversichtlich, weil die Mitarbeiterinnen dort waren immer sehr freundlich und hilfsbereit: So, und jetzt pass auf! Weil jetzt kommt was, das selbst der bürokratieerfahrenste Diabetiker und sicher auch Du noch nie erlebt hat.
Nach anfänglicher Ratlosigkeit und mehreren Telefonaten nach St.Pölten und mit der Hilfsmittelfirma lies sich der Vorgang aufklären:
Am Tag nach der Ausstellung der Verordnung kam das Fax aus der Zeller Apotheke tatsächlich bei der richtigen ÖGK Stelle an. Diese hat die Bestellung noch am gleichen Tag an die Firma weitergeleitet und die Hilfsmittelfirma hat den Bedarf am nächsten Tag nachweislich versendet. Zwei Tage Später, sollte der Bedarf beim Kunden angekommen sein, weitere drei Tage später, sei der Bedarf an die Firma zurückgekommen, mit dem Vermerk „Empfänger unbekannt verzogen“. Möglicherweise sei eine alte Adresse in die Datenbank der Firma gerutscht. Ich habe damals die Hilfsmittel dringend erwartet. Es waren doch fünf Wochen Verzögerung entstanden. Drum hat man mir versichert, sie würden express und am nächsten Tag bei mir sein. Und dann habe ich die Dame im Kundencenter noch gebeten, zu fragen, an welche Adresse die Sachen fälschlicherweise geschickt wurden und von wo sie mit „Empfänger unbekannt verzogen“ vor viereinhalb Wochen zurückgekommen sind?
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Noch während sie die Adresse, die ihr am Telefon genannt wurde, leise wiederholte, um sie zu notieren, ist mir das Herz stehen geblieben und meine Welt ist in diesem Moment explodiert. Ich habe mich an Andi geklammert. Wir sind die engen Stufen hinunter mehr gestolpert als gegangen. Andi hat mit seinem Stock auf das Auto eingedroschen, das in dem Moment vorbei kam, als wir auf der letzten Aussenstufe des Krankenkassengebäudes standen. Wir sind ein paar Schritte nach links weg gegangen, bis zu der immer im Weg stehenden überfüllten Altpapiertonne, dort wo es immer so nach Ölheizung stinkt. wir haben uns neben der Tonne an den Zaun gedrückt und haben nur noch geheult, laut geheult, ich weiß nicht wie lange, auf jeden Fall so lange, bis uns eine ältere Dame angesprochen hat, ob sie helfen könne.
In diesem Moment, an diesem Ort, Ecke Schöffelstraße, Zelinkagasse, direkt neben der Altpapiertonne habe ich es endgültig gewusst: Ich habe keine Eltern und keinen Bruder mehr!
Wer meinen dringend benötigten Medizinbedarf mit „Empfänger unbekannt verzogen“ zurückgeschickt hat, weiß ich nicht. Ich will es auch gar nicht mehr wissen. Die/Derjenige muss damit leben! Die/derjenige wird das wahrscheinlich nicht einmal seinen Konspiranten gebeichtet haben, die/derjenige hat möglicherweise eine Straftat begangen, und dann bräuchte sie/er auch nichts zugeben, selbst vor Gericht nicht, wie Dir die rechtsgelehrten Freunde von Marcus sicher bestätigen würden. Wahrscheinlich würde ich sowas selbst auch niemals zugeben. Aber keine Angst, verklagen werde ich deswegen niemand. Ich nehme diesen Vorfall als das was er war, als einen Anschlag auf meine Gesundheit. Welche Täter dafür infrage kommen? Nur jemand, die/der Zugang zur Post meiner ehemaligen Zustelladresse hat. Ich weiß nicht, wer das ist. Du weißt vielleicht, wer aller Zugang hat! Aber wenn Du es nicht selbst warst, der den Diabetikerbedarf mit dem Vermerk „Empfänger unbekannt verzogen“ zurückgeschickt hat,
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und wenn Du davon bisher auch keine Kenntnis hattest, dann wirst auch Du NIE erfahren, wer es war! Weil das wird Dir keiner der Infrage-Kommenden zugeben, Dir – als Diabetiker nicht und mir auch nicht!
Auszug Ende
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Wir haben uns nach dem Riesenschock damals bald doch gefragt und fragen uns eigentlich auch heute noch, was jemanden dazu bewegt, oben Geschildertes seiner Tochter oder Schwester anzutun. Eine Antwort des vom Vater, an den der Brief gerichtet war, ist NIE gekommen. Wahrscheinlich hat ER dem Brief nichtmal gelesen. Nachdrückliches Bemühen, die Ursache herauszufinden, hat zumindest dazu geführt, dass Herr Dir. A.D. Engelbert Fangmayer im Juni 2023 zugegeben hat, die „Insulinpen-Nadeln“ (das war der Inhalt des Pakets) an den Versender zurückgeschickt zu haben. Weshalb? Warum? Eine mögliche Antwort könnte darin liegen, dass am Sonntag, dem siebzehnten Januar Zweitausendeinundzwanzig nicht nur die Pennadeln in der Waldstraße 24 in Waidhofen „zwischengelagert“ waren, auf Waidhofen an der Ybbs am 17.01.2021 ist auch ein Schenkungsvertrag datiert. Ob es zwischen den beiden Ereignissen nur einen zeitlichen oder auch einen kausalen Zusammenhang gibt? Ob es wegen des Inhalts des Schenkungsvertrags zwingend oder nur vermeintlich notwendig für die Schenker Annegret und Engelbert Fangmayer war, nicht zu wissen, wo Marion wohnt? Dubios auch deshalb, da der ausgelernte Maler und Anstreicher Engelbert Fangmayer über acht Jahre davor maßgeblich an der Renovierung der Wohnung in der Julius Jax Gasse 12, Waidhofen an der Ybbs, beteiligt gewesen war, in der Marion und ich bis April 2022 gewohnt haben, und also auch im Januar 2021 gewohnt haben. „Wia wissen ja nicht einmal, wo unsere Tochter wohnt, schluchz, schluchz …“, hör ich die Beiden während der Vertragsunterzeichnung jammern. Auch die Frage, wer die Adressänderung beim Versender der Pennadeln veranlasst hat, bedürfte einer Klärung? Und viele weitere Fragen bleiben offen!! Die Widmung dieses Texts aber nicht:
Gewidmet: Frau Annegret Fangmayer, Marcus Fangmayer (posthum), dessen juristischen Ratgebern und Herrn Dir. A.D. Engelbert Fangmayer sowie allen Helfern und Helfershelfern in dieser Causa

p.s. Mich hat dieses Vorkommnis so nachhaltig beschädigt, dass ich mangels Loyalität und Solidarität das Vertrauen auch in meine Familie verloren habe. Dabei hätte es anders kommen können: Die/der Verantwortliche hätte sich einmal dafür entschuldigen können, und um Verzeihung bitten. Das Gegenteil ist passiert: Herr Dir.A.D hat die Tat zwar auf sich genommen, jedoch gleich mit dem Nachsatz „Des woa richtig so!“