Im Vogelsang

Man kann sich mit Blinden so manchen Schabernack erlauben! Zumal dann. wenn man meint blinde Menschen seien Trottel oder wenn man annimmt, neben dem Sehsinn wären bei Blinden auch andere Sinne gestört. Je nach Intention ist es ein besonders perfider oder auch hinterhältiger Spass, wenn man einen bekannten Blinden, sagen wir mal einen engen Verwandten, im Glauben, der würde einen nicht erkennen, in ein Gespräch verwickelt und bald mal auf sich selbst verweist, natürlich in dritter Person, und den Blinden über sich, in dritter Person natürlich, ausfratschelt. Du kannst nicht folgen. Gut dann anders: Stell dir vor, du bist blind und ein Mann, wir geben ihm der Einfachheit halber mal einen Namen. Sagen wir, er heißt Josef Ramskogler und spricht dich an: „Dich hab ich hier noch nie gesehen?“ oder so ähnlich. Du denkst dir „Die Stimme kenne ich doch!“, bist dir aber nicht ganz sicher und spielst erst mal das Spiel des Ramskogler Joschi mit. Nach kurzem Smalltalk fragt der dich nun in sicherem Inkognito wiegende  „Fremde“, ob man denn den Ramskogler Joschi kenne? Und seine Frau? Die wohnten gleich da drüben? Und was man von ihnen halte?
Solche Leute gibts nicht, denkst du vielleicht jetzt! Doch, uns ist genau das passiert, in der Allee, im Vogelsang, in Waidhofen an der Ybbs. Eine unendliche Enttäuschung und Kränkung war das damals. Irgendwie musste der Ärger danach auch raus! Und so sind eine Reihe von Kurzhörspielen für Radio Ö1 entstanden.  Was jemand, der Blinden in dieser Art begegnet, von Menschen mit Behinderung hält, scheint deutlich, ich hoffe auch für dich! Er entmenschlicht sie und sieht in Blinden nichts als behinderte Idioten! Wenn du magst, hör dir die Gschichtln an:
Gewidmet Herrn Heinrich Fangmeyer

Sollte sich jemand auch für die anderen Hörspiele der „Ramskogler“ Reihe interessieren, dann hier entlang!